Trans* Menschen hat es schon immer gegeben aber sie haben eine besondere Sichtbarkeit erlangt an der Wende zum zwanzigsten Jahrhundert hier in Berlin, insbesondere durch die Arbeit von Dr. Magnus Hirschfeld in seinem Institut für Sexualwissenschaft. Als Hirschfeld die Homosexualität geforscht hat stellte er fest, dass manche Menschen, die ihn ausgesucht haben, etwas komplett anders erlebten. Seine bahnbrechende Arbeit hat ihn zu der Entdeckung geführt, dass „das Geschlecht des Menschen ruht viel mehr in seiner Seele als in seinem Körper, oder, um mich einer medizinischen Ausdrucksweise zu bedienen, vielmehr im Gehirn als in den Genitalien.“ In Zusammenarbeit mit der Polizei und der Politik hat Hirschfeld aus dem Berlin der Weimarer Republik einen queeren Zufluchtsort gemacht, wo die Menschen ein für die damalige Zeit erstaunlich authentisches Leben führen konnten.

Wir werden tief in die dekadente Welt des queeren Nachtlebens tauchen und diese Freiheit spüren. Aber aus unserem Sichtpunkt fast 100 Jahre später wissen wir was auf sie zukommt. Der Aufstieg der Nationalsozialisten zur Macht hatte katastrophale Folgen für die queere Community Berlins und das werden wir auch untersuchen. Auch die Arbeit, um den von den Nationalsozialisten geschädigten queeren Menschen Anerkennung und Sichtbarkeit zu verschaffen – was noch heute geleistet wird.

Aufgrund der Thematik ist der Vortrag zwangsläufig mit einem Content Warning versehen, unter anderem auch zu Hirschfelds eigenen tief bedauernswerten, ableistischen und eugenistischen Ansichten.

Eliot Rix wohnt seit 2014 in Berlin und arbeitet als Referent bei Berliner Unterwelten e.V. Er hat angefangen, queere Geschichte zu studieren um als schwuler trans Mann ein Gefühl der Zugehörigkeit zu finden – und die Geschichte Berlins hat ihn nicht enttäuscht. 

Sprache: Deutsch 

Zeit: 28.07.26 // 19.30-21.30h

Ort: Yorckstr. 75, 10965 Berlin

 

April 03, 2026 — ON Front of Shop